1. Startseite
  2. Führungsradar
Der Einstieg · Messen

Führungsradar: Führung in Produktionsteams messen

Die Führungskraft schätzt sich selbst ein, ihr Team schätzt sie anonym ein, mit denselben 35 Aussagen. Der Abstand zwischen beiden Bildern zeigt, wo es im Alltag wirklich hakt, und daraus werden drei Stellhebel, die sich in der nächsten Schicht umsetzen lassen.

35Aussagen, Selbstbild
und Teambild
7Themen aus dem
Produktionsalltag
6 Min.am Handy,
ohne Anmeldung
3 Wochenbis zum
Befund
Kurz gesagtDer Führungsradar ist eine anonyme Befragung für ein Produktionsteam und seine Führungskraft. Er misst in sieben Themen, wie Führung im Team ankommt, und vergleicht das mit dem Selbstbild der Führungskraft.

Warum Führung gemessen werden sollte

Taktzeit, Ausschuss, Stillstand, Krankenstand und Fluktuation stehen in jedem Produktionsbericht. Wie in den Teams geführt wird, steht dort nicht, obwohl genau das hinter vielen dieser Zahlen steckt. Geschätzt wird Führung fast immer zu gut, und zwar ehrlich: Die Führungskraft ist überzeugt, dass sie Konflikte anpackt, und ihr Team erlebt etwas anderes.

Der Radar macht diesen blinden Fleck sichtbar. Er ersetzt keine Mitarbeiterbefragung für das ganze Werk, sondern schaut dorthin, wo Führung passiert: in ein einzelnes Team, an einer Linie, in einer Schicht.

Die sieben Themen des Radars

Jede Aussage gibt es zweimal, einmal aus Sicht der Führungskraft und einmal aus Sicht des Teams. Die Themen sind so gewählt, dass sie im Schichtbetrieb eine Rolle spielen und im Alltag beeinflussbar sind.

KlarheitWissen alle, was in der Schicht Vorrang hat und was von ihnen erwartet wird?
Präsenz und RückmeldungIst die Führungskraft ansprechbar, und gibt es Rückmeldung, bevor es brennt?
Übergabe und SchnittstellenKommen Informationen von Schicht zu Schicht und zwischen Abteilungen an?
Fehler und StörungenWerden Fehler offen angesprochen oder lieber versteckt?
Entscheidung und SpielraumDarf entschieden werden, wo die Entscheidung anfällt?
Anerkennung und BindungWird gute Arbeit gesehen, und fühlen sich die Leute dem Team verbunden?
Konflikt und ZusammenarbeitWerden Spannungen geklärt, oder landen sie immer wieder bei der Führung?

Dazu kommen drei Ergebnisanker, die zeigen, was die Führung im Team bewirkt: Vertrauen nach oben, Belastung und Bleibeabsicht. Gerade die Bleibeabsicht ist für Werke mit hoher Fluktuation ein früher Hinweis, lange bevor eine Kündigung auf dem Tisch liegt.

Fundiert, aber für die Halle gebaut

Die Konstrukte orientieren sich an etablierter Forschung: am Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ), an Amy Edmondsons Arbeiten zur psychologischen Sicherheit und an der Leader-Member-Exchange-Forschung. Die Aussagen selbst sind neu formuliert, damit sie in einer Produktionshalle verstanden werden und nicht nach Büro klingen. Ausgewertet wird auf einer Skala von 0 bis 100 je Thema.

So läuft der Radar ab

  1. Woche 1, vorbereiten: Sie bekommen ein Codeblatt, einen Aushang und einen kurzen Text für die Ansage im Team. Der Aufwand liegt bei etwa einer halben Stunde.
  2. Woche 2, befragen: Das Team antwortet am Handy, in der Pause, ohne Namen und ohne Anmeldung. Die Führungskraft beantwortet dieselben Aussagen über sich selbst.
  3. Woche 3, verstehen: In einem Ergebnisgespräch von 60 Minuten gehen wir das Netzdiagramm durch. Sie erhalten drei Stellhebel schriftlich, die im Alltag machbar sind.

Anonymität, die das Team glaubt

Ehrliche Antworten gibt es nur, wenn niemand Angst vor Folgen hat. Deshalb läuft die Teilnahme über Einmal-Codes ohne Namensbezug, IP-Adressen werden nicht gespeichert, und das Teambild erscheint erst ab drei Antworten. Es gibt keinen Weg von einer Antwort in die Personalakte.

Was nach dem Radar kommt

Oft reichen die drei Stellhebel, um im Team etwas zu bewegen. Zeigt der Radar, dass es tiefer liegt, etwa an Schnittstellen zwischen Bereichen oder im Zusammenspiel der Führungsebenen, ist der Standort-Check der nächste Schritt. Für die Entwicklung der Führungsmannschaft gibt es die zwölf Wochen Begleitung, an deren Ende der Radar noch einmal misst. Jede Stufe steht für sich, ohne Verpflichtung für die nächste.

Sie haben einen Code erhalten und wollen an einer Befragung teilnehmen? Hier geht es zur Befragung.

Jannis Quint
Jannis Quint

Ingenieur (M.Sc. RWTH Aachen) und geprüfter systemischer Coach. Sieben Jahre Aluminiumindustrie, zuletzt in der Organisationsentwicklung, 120 Führungskräfte in einer Transformation begleitet. Mehr über mich

Fragen

Was Werkleiter zum Radar wissen wollen.

Worin unterscheidet sich der Radar von einer Mitarbeiterbefragung?

Eine Mitarbeiterbefragung fragt das ganze Werk nach vielen Themen und endet oft Monate später in einem Foliensatz. Der Radar schaut auf ein einzelnes Team und seine Führungskraft, stellt Selbstbild und Teambild direkt gegenüber und liefert nach drei Wochen einen Befund mit drei konkreten Stellhebeln.

Ist die Befragung wirklich anonym?

Ja. Die Teilnahme läuft über Codes ohne Namensbezug, IP-Adressen werden nicht gespeichert, und jeder Code gilt nur einmal. Das Teambild und freie Kommentare werden erst ab drei Antworten angezeigt, damit niemand zurückverfolgt werden kann.

Muss der Betriebsrat eingebunden werden?

Je nach Haus und Ausgestaltung kann eine Mitbestimmung greifen. Ich empfehle, den Betriebsrat von Anfang an einzubinden, denn ein mitgetragenes Verfahren bringt ehrlichere Antworten. Was bei Ihnen rechtlich gilt, klärt Ihre Personalabteilung.

Wie viel Aufwand entsteht für uns?

Eine halbe Stunde Vorbereitung für das Verteilen der Codes, sechs Minuten pro Person für die Befragung am Handy und eine Stunde Ergebnisgespräch mit der Führungskraft. Software müssen Sie nicht installieren.

Kann ich mehrere Teams oder Schichten vergleichen?

Ja. Weitere Teams im selben Werk lassen sich dazunehmen, dann sehen Sie die Bereiche nebeneinander. Eine zweite Messung nach einigen Monaten zeigt, was sich bewegt hat.

Was kostet der Führungsradar?

In der Pilotphase läuft der Radar für fünf Produktionsteams zu Pilotkonditionen, im Gegenzug bitte ich um eine ehrliche Referenz. Nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot mit festem Preis.

Wie kommt Führung in Ihren Produktionsteams an?

30 Minuten, unverbindlich · jannis@quintessenz.coach · 0176 44538934

Noch nicht so weit für ein Gespräch? Vier Minuten Selbstcheck für Ihren Bereich, ohne Anmeldung.